Chemnitzer Linux Tage (CLT) 2011

Die Chemnitzer Linux Tage dauern eigentlich nur zwei Tage. Durch die längere Anreise und Rückreise waren es aber fast vier für mich. Am Montag arbeiten, nachdem wenn ich um 02.00 nach Hause gekommen bin, hätte keinen Spass gemacht und so habe ich den Sonntag auf den Montag geschoben 😉

Am Freitag fuhr ich mit Jörg und Robert von Stuttgart nach Chemnitz. Die Fahrt von Bern nach Stuttgart hat trotz vielen Baustellen ziemlich genau so lange gedauert, wie ich es geplant hatte. Ich war ein bisschen froh, dass ich zur vereinbarten Zeit auf dem Parkplatz des Arbeitgebers von Jörg ankam. Das erste Auto, welches ich sah, entsprach dem Modell, welches Jörg fährt. Die Halterung für das Nummernschild hatte ich auch schon gesehen, und so konnte ich nicht falsch sein. Am Auto ist aber etwas anders: Die Scheiben sind getönt und das Navigationssystem ist nicht eingebaut. Hmmmm, wieso stehen von diesem Automodell in der gleichen Farbe eigentlich ein Dutzend auf dem Parkplatz? Keine Chance das Auto von Jörg auszumachen, denn fast alle seiner Arbeitskollegen fahren das gleiche Modell. Lustigerweise hatte auch Jörg zuerst gedacht, dass sein Wagen an einer anderen Stelle abgestellt ist und einen Moment gebraucht bis er ihn gefunden hatte. Als wir beim Einladen waren, kann auch schon Robert und unsere “Reisegruppe” war komplett.

Der erste Teile der Fahrt nach Chemnitz ging noch recht flüssig voran, aber mit der Zeit häuften sich die Unfälle und das Tempo reduzierte sich auf ein gemächliches Dahinschleichen. Freitag-Nachmittag scheint in Deutschland die Zeit der Pendler, welche nach Hause fahren, zu sein. In Chemnitz gibt es in der Tat viele leerstehende Gebäude. Davon hatte ich zwar schon gehört und auch im Auto kamen wir darauf zu sprechen, aber ich dachte nicht, dass es so viele sind. Jörg meinte aber, dass die Innenstadt im Vergleich zu den Vorjahren ein bisschen mehr bevölkert schien.

Als wir das Sponsoren-Plakat begutachtet haben und wir unsere Namensschilder, welche auch als Eintrittskarte fungieren, abgeholt hatten, begann wir mit dem Aufbau des Standes. Nach einer Weile sah der Stand so aus:

CLT 2011 Stand

CLT 2011 Stand

Zwischenzeitlich kam uns noch Christoph zu Hilfe. Eigentlich wäre noch angedacht gewesen, dass wir einen Beamer am Stand haben und das Brett ganz am Ende als Projektionsfläche benutzen. Die defekte Lampe des Beamers machte uns einen Strich durch die Rechnung und so wurde nichts draus. Fazit: Teste alte Hardware zuerst zu Hause 🙂

Nach dem Aufbau fuhren wir gemeinsam ins Hotel und später assen wir im obersten Stock, dem 26., des Hotels zu Abend. Jörg wollte mir unbedingt die lokale Küche näher bringen. Die Thüringer Roulade und Klösse (oder war es umgekehrt) sind ein Wintergericht und nun ist ja bereits Frühling, erklärte uns die Kellnerin. Sie wollte mir dann noch eine englische Karte bringen, was ich danken ablehnte, da ich der deutschen Sprache einigermassen mächtig bin.

Der Moment vor der Öffnung für die Besucher ist immer der schönste an einer Veranstaltung. Wenn schon alles vorbereitet ist und man gelassen den Dinge, die kommen mögen, entgegen sehen kann. Andere Projekt haben machen dies jeweils etwas anders und bauen ihren Stand auf, wenn die Veranstaltung schon begonnen hat. Mit dem ersten Besucher sprach ich bereits vor 09.00 ausgiebig über Fedora, die Dokumentation und andere Open Source-Aspekte. Nach und nach kamen auch weitere Fedora Contributors, so standen plötzlich Jens, Sven und Michael bei uns.

Mit Mario unterhielt ich mich eine Weile über die Übersetzungen und dass immer noch ein Koordinator fehlt, seit ich zurückgetreten bin. Ich denke, dass Mario diesen Posten besetzen könnte, da er reichlich Erfahrung hat und auch in GNOME aktiv ist.

Jörg hatte dann begonnen USB-Sticks mit Fedora “zu laden”. Die billigen USB-Sticks hatten ihre Tücken und jeder brauchte seine ganz eigene Behandlung, was sehr zeitintensiv war. Da wir keine lokalisierten Versionen von Fedora zur Hand hatten, begann ich für einen Besucher eine deutsche Version zu machen, da er dies ausdrücklich gewünscht hatte.

Gegen Mittag startet der Distro Battle. Gedacht als freundlicher Wettstreit zwischen den Distributionen ging es wohl eher in die Richtung, wie installiere ich ein proprietäres Softwarepaket und wie reisse ich meiste Aufmersamkeit auf mich. Da ich aber nicht dabei war, ist dies keine bestätigte Aussage.

Christoph hat uns würdig und souverän vertreten.

CLT 2011 Battle

Nachdem Mittagessen hatte ich eine längere Diskussion mit Jörg über das Fedora Security Lab. Schon in der Vergangenheit habe ich sporadisch daran mitgearbeitet, aber eher auf unregelmässiger Basis. Es gibt im Moment ein kleines Problem mit dem FSL und libevent. Weiter sprachen wir über die Oberfläche und haben beschlossen, dass wir mal einen Test mit XFCE machen. Ich darauf begann mit den Anpassungen für den Wechsel von LXDE auf XFCE.

In der Zwischenzeit hatte jemand auf Twitter gepostet, dass es am Fedora-Stand gratis USB-Stick gab. Dies führte zu einer erhöhten Nachfrage. Da der Mensch seine Ur-Instinkte nicht unterdrücken kann und so der Jäger und Sammler immer wieder zum Vorschein kommt, fragten viele nach den USB-Stick. Dies führte dazu, dass sich viele Besucher die Fedora-Story anhören mussten und am Ende doch keinen USB-Stick sondern eine Live-CD oder ein Installationsmedium kriegten. Auf jeden Fall möchte ich mich bei der Person bedanken, welche dies gepostet hat. Die Wahrheit wäre gewesen, dass Besucher die USB-Sticks kriegen, welche ein System ohne CD-ROM-Laufwerk besitzen und Fedora ausprobieren möchten. So waren die Geschichte…

Der Social Event startet für mich etwas später, denn der erste Test für das Security Lab mit XFCE dauerte auf meiner betagten Hardware eine Ewigkeit. Dies war aber nicht so schlimmt, denn so war die Schlange vor dem Essen kürzer. Dummer war, dass die Anzahl der Sitzplätze etwas knapp war. Nach dem Essen habe ich dann mit Michal Hrusecky von SuSE begonnen die diversen Weisswein-Sorten zu degustieren und danach ausgiebig vom Favoriten zu trinken.

Der Beginn des Sonntags war merklich ruhiger als der Samstag. Es hatte um 09.00 viel weniger Besucher, aber dies kann wohl allen nach dem Social Event vom Samstag entgegen. Durch den Mangel an Besuchern in den “frühen Morgenstunden” habe ich weiter am Fedora Security Lab gearbeitet und nun gibt es eine lauffähige Version mit XFCE. Es gibt noch eine paar Kleinigkeiten, welche behoben werden müssen. Eine ist, dass das Paket security-menus nicht richtig eingebunden wird. Die Einträge sind zwar im Startmenü vorhanden, aber die Zuordnung der Kategorien stimmt nicht. Michael und Dominic, welche beide über umfassende Kenntnisse von XFCE verfügen, standen uns aber tatkräftig zur Seite. So wurden diverse Möglichkeiten zur Fehlereingrenzung ausprobiert. Jedoch hat werden die Verwendung einer neueren XFCE-Version noch das Einbinden von weiteren Paketen zu einer Lösung geführt. Es könnte als ein Bug sein.

CLT 2011

CLT 2011

Jörg hat es passend ausgedrückt, als er bemerkte, dass der Event owner immer bis zum Schluss bleiben muss. Um 18.30 sah der Stand so aus, als wären wir nie da gewesen, alle Sachen waren im Kofferraum verstaut und alle Hände geschüttelt. Nach einer kurzen Schrecksekunde wegen eines Handyverlust ging die Fahrt Richtung Stuttgart auch schon los. So gegen 22.00 war ich dann wieder bei meinem Auto und machte ich mich daran den letzten Abschnitt meiner Reise anzutreten. Da Gerold bald nach Graz geht und Fedora-Medien mitnehmen will, habe ich noch einen kleinen Umweg gemacht und die Schacheln vor seiner Haustüre deponiert.

Alle Bilder habe ich aus den Gallerien von Jörg oder Robert gelinkt/geklaut/was-auch-immer. Die Quellenangabe ist etwas mager, aber andere verzichten ja ganz darauf. Ich hoffe, dass die beiden mir verzeihen, denn meinen eigenen Bilder sind in einer ganz miserablen Qualität. Danke Robert, danke Jörg.
Die Sprache des Eintrags wurde in Absprache mit dem Event owner bestimmt, damit es neben den englischen auch einen deutschen Bericht gibt.

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